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Datenschutz und Volkswirtschaften

2020-03-02, by Eva Hengstermann
GDPR+2

Auf der GDPR+2 Konferenz geht es uns in erster Linie um den Austausch von Best Practices im Datenschutz. Wir möchten, dass auch junge, aufstrebende Menschen zu Wort kommen und laden auch Studenten ein, ihre Sicht der Dinge mit uns zu teilen. Liebe Eva Hengstermann, vielen lieben Dank für diesen Beitrag und deine Teilnahme an unserer Konferenz:

“Als ich von der Möglichkeit, an der europäischen Datenschutzkonferenz in Luxemburg teilnehmen zu können gelesen habe, war ich sofort hellauf begeistert. Schließlich ist Datenschutz eines der ganz großen und eminent wichtigen Zukunftsthemen und insbesondere Volkswirte sollten sich meiner Meinung nach mit diesem Themenfeld auseinandersetzen.

In einer Volkswirtschaft geht es um Produktion und Konsum, Angebot und Nachfrage und der Preis schafft das Gleichgewicht. In der Theorie produziert das Unternehmen ein Gut, welches die Konsumierenden kaufen. Nun sammeln jedoch in der Realität große Konzerne Bewegungsprofile, Produktinteressen, Suchanfragen und Kommunikationsdaten ihrer Nutzer*innen, um ihnen Produkte vorzuschlagen, die den Interessen der Nutzer*innen entsprechen. Mit personalisierter Werbung werden den Konsument*innen Kaufentscheidungen erleichtert. Gleichzeitig verdienen Konzerne viel Geld mit Werbung, so dass die Daten der Nutzer*innen selbst zum Produkt werden. Mit der Fülle an personenbezogen Daten erlangen Konzerne wie Google, Facebook und Amazon eine Monopolstellung. Die gigantische Datenmenge, die ein aussagekräftiges Bild zu jedem einzelnen Internetnutzenden erschafft, birgt gewisse Risiken, da es unklar ist, inwiefern mit den sensiblen Daten in Zukunft Missbrauch betrieben werden könnte. Da das Ausmaß an Datenspeicherung ein relativ neues Phänomen ist, kommen damit viele neue, volkswirtschaftliche Fragen auf. Was ist der Preis von personenbezogenen Daten? Kann man von Nutzer*innen erwarten, dass sie die Konsequenzen, die die Datenfreigabe für sie in Zukunft haben kann, abschätzen können? Die meisten Menschen willigen bei der Nutzung von Cookies ein, ohne sich vorher die genauen Vertragsinhalte durchzulesen. Würden Nutzer*innen ihre Daten weniger leichtfertig preisgeben, wenn sie über vollständige Informationen verfügen würden? Das sind nur einige Wenige der vielen Fragen, mit denen sich Datenschützer*innen, Volkswirte und die Europäische Union in den nächsten Jahren beschäftigen sollte.”

Eva Hengstermann